Kundgebung gegen die Isolierung Geflüchteter

Dienstag, 28.Februar, 16.30 bis 17.30 Uhr
Vor dem Paul-Wunderlich-Haus auf dem Marktplatz Eberswalde

Aufruf:
Menschen die hier Schutz suchen, sollen unter anderen Menschen wohnen, mit Verkehrsanbindung und selbstbestimmtem Zugang zu notwendiger Infrastruktur, statt einer versteckten Unterbringung an einem abgelegenen Flecken wie Ützdorf. Geflüchtete aus dem Heim in Ützdorf und ihre Unterstützer*innen wollen vor dem Sitz der Kreisverwaltung im Paul-Wunderlich-Haus demonstrieren, um auf ihre schwierige Situation aufmerksam zu machen.
Kommt zahlreich und demonstriert mit uns für eine adäquate Unterbringung und Unterstützung geflüchteter Menschen!
- Bewohner des Heims in Ützdorf und die Initiative Barnim für alle

Mehr Informationen zur Situation in Ützdorf:
Nach der Schließung der Notunterkunft in der Eberswalder Eisenbahnstrasse hat der Landkreis Barnim die verbliebenen Männer in ein neues Heim nach Ützdorf verfrachtet. Ützdorf liegt abgelegen zwischen Wandlitz und Biesenthal und hat etwa 20 Einwohner*innen.
In Ützdorf gibt es keinerlei Einkaufsmöglichkeiten, keine Ärzte, keine öffentlichen Orte die die Geflüchteten aufsuchen könnten. Gleichzeitig müssen sie sich aber selber versorgen. Es gibt nur sehr wenige Busverbindungen nach Ützdorf. Um Termine beim Jobcenter oder der Ausländerbehörde pünktlich wahrnehmen zu können fahren die Geflüchteten oft schon einen Tag früher los und versuchen dann eine Nacht irgendwo unter zu kommen aus Angst dass sie ihren Termin nicht pünktlich wahrnehmen können. Denn wer zu spät kommt hat Pech gehabt und muss auf einen neuen Termin warten.
Die jungen Männer haben außer einem wöchentlichen zweistündigen ehrenamtlich organisierten Kurs keinen Deutschunterricht. Sie haben keinen Zugang zu Maßnahmen die Integrations- und Sprachfördernd wären.
Es gibt keinen Handyempfang im Haus. So fällt es schwer, Kontakt zu Verwandten und Freunden zu halten.

Spontandemo gegen Abschiebung

Am Freitag gab es in Eberswalde eine Spontandemo gegen die Abschiebung eines jungen Mannes aus Somalia. Dieser soll aus der Unterkunft in Ützdorf ohne Vorankündigung nach Belgien verbracht worden sein. Dort soll sein Asylantrag bereits abgelehnt worden sein.
Dass diese Abschiebung nicht unwidersprochen hinzunehmen ist demonstrierten 30 – 40 Leute auf dem Markt und zogen anschließend vor die Ausländerbehörde.

Bleiberecht für alle!

Gedenken: Tag des Angriffs auf Amadeu Antonio

In der Nacht vom 24. auf den 25. November 1990 wurde Amadeu Antonio Kiowa, der im Rassismus der Kolonialmacht Portugals in Angola geboren wurde, in Eberswalde von 50 Neonazis und Rassist_innen niedergeschlagen. Zwei weitere Mosamikianer, die mit ihm angegriffen wurden, konnten fliehen. Amadeu Antonio starb zwei Wochen später an seinen Verletzungen.

26 Jahre später ist die rassistische Stimmung in Deutschland ähnlich präsent wie zu Beginn der 90er Jahre. Angriffe auf Geflüchtete und deren Unterkünfte nahmen in den letzten Jahren rasant zu, bestärkt durch rechte Hetze von AfD und Co.
Mit der Gedenkaktion auf dem Marktplatz zeigen wir jährlich, dass Rassismus und die Geschichte des Ortes, an dem wir leben, uns alle angeht. Eine aktive antifaschistische Gedenkpolitik ist wichtig, um ein Bewusstsein in der Öffentlichkeit zu schaffen, aber auch, um überhaupt für eine lebenswerte Zukunft ohne Ausgrenzungen kämpfen zu können.

Damals wie heute: Rassismus tötet!
Nichts und niemand ist vergessen!

Am 06.12.2016 um 17 Uhr wird es eine Gedenkveranstaltung in der Nähe des Ort des Angriffs geben (Eberswalder Straße 26, 16225 Eberswalde (Gedenktafel / ehem. Chem. Fabrik). Im Anschluss wird zu Gesprächen bei Kaffee und Tee im Afrikanischen Kulturverein Palanca e.V. eingeladen.

Workshopwochenende in Bernau – 12./13.November

In Zeiten der rassistischen Mobilisierung ist es wichtig gezielt linke und linksalternative Aktivist_innen zu unterstützen und zu vernetzen, um sich gemeinsam gegen die stets stärker werdende Rechte zu engagieren. Doch manchmal fehlt das nötige Know-How, um die hiesigen Zustände effektiv aufzumischen. Mit der f_antifaschistischen “Skills for Intervention”-Tour kommt die f_antifa brandenburg (fabb) am 12. und 13.11. nach Bernau in`s Dosto.

Unter anderem wird es am Sonntag 13.11, 14:00 einen Selbstbehauptungs-Workshop geben. Der Workshop ist nur für FrauenLesbenTrans*

Um euch für die Workshops anzumelden oder falls ihr mehr Infos wollt, schreibt an afie ät riseup.net.

Workshop-Beschreibung:
(Sexualisierte) Grenzüberschreitungen finden häufig auf Parties statt. Ungewollte Blicke, Sprüche gehören genauso dazu, wie ein bedrängendes Raumeinnehmen. In dem Empowerment-Workshop soll die eigene Grenze bewusster wahrgenommen und Skills gezeigt werden, diese zu behaupten – alleine wie auch gemeinsam!

Wir freuen uns auf euch!

Worum geht’s?
Antifa & Feminismus sollen zusammengeführt werden! Wir wollen nicht nur ein praktisches Bildungsangebot für Antifaschist*innen in Brandenburg bieten. Wir stellen und vermitteln einen Pool an Referent_innen für
vielseitige Workshops, die nur von Frauen* und Trans* durchgeführt werden. Denn es ist in der antifaschistischen Szene leider keine Selbstverständlichkeit, dass Workshops nicht von Männern durchgeführt
werden. Mit den Workshops wollen wir eine stärkere Sichtbarmachung dieser Menschen als Macher_innen gewährleisten. In dem Projekt sind manche der Workshops nur für fltiq* (Frauen-Lesben-Trans-Inter-Queer)
offen, um sich über Sexismus in den eigenen politischen Strukturen auszutauschen und Frauen und Trans* vor Ort zu empowern, zu unterstützen und untereinander zu vernetzen.

Mehr Infos: fabb.antifa.cc

Alles Extremist_innen?!

Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Extremismusbegriff.

„Nazis und Antifaschist_innen sind sowieso das selbe, oder ähneln sich viel mehr als sie sich unterscheiden“.
„Unsere Demokratie ist gefährdet von Linksextremist_innen auf der einen Seite, und Rechtsextremist_innen auf der anderen Seite. Und durch Islamist_innen natürlich.“

Nicht selten sind solche Äußerungen in Medien, von Politiker_innen und in öffentlichen Diskussionen zu hören. Doch was ist da tatsächlich dran?
Wer entscheidet warum und nach welchen Kriterien darüber, wer “extremistisch” ist? Was bedeutet das und was hat das vor allem für Folgen?
Diesen und hoffentlich noch weiteren Fragen wollen wir in der Veranstaltung nachgehen. Der umstrittene “Extremismus”-Begriff soll zunächst historisch und inhaltlich erläutert und anschließend kritisch diskutiert werden.
Referent_in ist Mitarbeiter_in des apabiz e.V.

Donnerstag, 26. Mai,
um 19 Uhr,
im Amadeu-Antonio-Zentrum, Eberswalde