Archiv der Kategorie 'barnim'

Buch- und Veranstaltungstipp „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß”

Roman von Manja Präkels (Verbrecher Verlag 2017)
Lesung in Eberswalde am 22.05.18

…oder wie es sich in einer brandenburgischen Kleinstadt aufwachsen lässt, umgeben von der plötzlichen Perspektivlosigkeit nach dem Mauerfall und der zunehmenden Faschisierung der Freund*innen der Kindheit. (mehr…)

Tatort Lücke 1

Am Freitag den 23.03.18 ab 18 Uhr findet in der Goethestr. 23b das erste „Tatort Lücke“ Theater statt.

In dem Stück geht es um die jüdische Familie Löwenthal, die bis zur Verfolgung durch das NS-Regime in der Goethestraße 23b gelebt hat. Heute gibt es an dieser Stelle nur eine Baulücke.

Das Theater findet draußen statt. Warme Kleidung ist ratsam.
Mehr Infos unter http://tatortluecke.de/luecken

Kundgebung vorm Grundsicherungsamt

Das Barnimer Grundsicherungsamt zahlt zahlreichen Geflüchteten
systematisch zu wenig Geld aus und macht mit Bargeldauszahlung den
Betroffenen das Leben schwer. Menschen im Kirchenasyl werden die
Leistungen komplett gekürzt, die Betroffenen bleiben dadurch sogar ohne
Krankenversicherung.

Kundgebung, 27.3.2018, 17 Uhr
Eberswalde, Friedrich-Ebert-Straße
direkt vor dem Grundsicherungsamt (Paul-Wunderlich-Haus)

weitere Infos und den Aufruf in verschiedenen Sprachen findet ihr hier:
http://refugeeswelcomebarnim.blogsport.de/

Gedenken und Widerstand – antirassistische Veranstaltungsreihe

Unsere antirassistische Veranstaltungsreihe rund um das Gedenken an Amadeu Antonio in Eberswalde fängt am Samstag an!

flyer


Rassistische Angriffe damals und heute

Ausstellung & Podiumsdiskussion
Samstag, 25.11.17
15:00 Uhr Ausstellungseröffnung
18:00 Uhr Podiumsdiskussion
Aula der HNEE (Schicklerstr. 5 – Haus 6)

Am 25.11.17 jährt sich der rassistische Angriff auf Amadeu Antonio zum 27. Mal. In der Nacht vom 24. auf den 25. November 1990 ziehen rund 50 Neonazis
und Rassisten, bewaffnet mit Baseballschlägern und Zaunlatten, durch Eberswalde und machen Jagd auf Schwarze Menschen.
Unter „Deutschland den Deutschen“ Gegröle bewegt sich die Gruppe in Richtung „Hüttengasthof“, zu dieser Zeit die einzige Gaststätte im Ort, in der Nichtdeutsche noch willkommene Gäste sind. Nachdem der Wirt benachrichtigt wird, dass eine Gruppe unterwegs ist, die auf Stress aus ist, schließt er die Gaststätte. Als Amadeu Antonio mit Freunden das Lokal verlässt, laufen sie den bewaffneten Rassisten genau in die Arme.
Viele konnten in dieser Nacht entkommen, Amadeu Antonio wurde von 10 Leuten umringt und niedergeschlagen, ein Angreifer springt mit beiden Füßen auf den Kopf.

Die Afie und die Barnimer Kampagne „Light me Amadeu“ laden zu einer Gedenkveranstaltung in die Räume der HNEE in Eberswalde ein. Die Ausstellung zur Geschichte der angolanischen Vertragsarbeiter in Eberswalde, öffnet ab 15 Uhr. Im Anschluss an die Ausstellungseröffnung wird es eine kurze Lesung über die Vorkommnisse in der Nacht des Angriffs und ein Podiumsgespräch geben. Wir wollen uns über die rassistischen Angriffe und die Stimmung in den 1990er Jahren austauschen und dabei Kontinuitäten bzw. Unterschiede zur heutigen Zeit herausarbeiten. Gäste sind unter anderem ein Zeitzeuge, der die rassistischen Angriffe in Eberswalde Anfang der 90er miterlebt hat, und ein Mitarbeiter des Vereins Opferperspektive e.V. aus Potsdam.



Gedenken zum Todestag von Amadeu Antonio

Mittwoch, 06.12.17
16:00 Uhr
Eberswalder Straße 26

Am 6. Dezember 1990 starb Amadeu Antonio Kiowa mit 28 Jahren in Folge des Angriffs. Zum Todestag von Amadeu Antonio rufen wir dazu auf, zur Gedenktafel am Ort des Angriffs in der Eberswalder Straße 26 zu kommen. Kerzen und/oder Blumen können gerne mitgebracht werden.


Rechtspopulismus im Bundestag – Vortrag & Podiumsdiskussion
Dienstag, 12.12.17
18:00 Uhr
Aula der HNEE (Schicklerstr. 5 – Haus 6)

Was angesichts weit verbreiteter rechter Einstellungen in großen Teilen der deutschen Bevölkerung zu erwarten war, ist nun eingetroffen. Nachdem die AfD schon im Europaparlament und in 14 Landtagen sitzt, ist sie am 24. September 2017 auch in den deutschen Bundestag eingezogen.
Rechtspopulismus wird damit endgültig nicht nur auf der Straße, sondern auch auf der parlamentarischen Ebene salonfähig. Auch dort werden jetzt die Grenzen des Sagbaren nach rechts verschoben und völkische Themen, Rassismus und Sexismus auf der Tagesordnung stehen.

Nach einem Vortrag zu rechtspopulistischen Akteur*innen in Berlin und Brandenburg wollen wir mit unseren Gästen ins Gespräch kommen. Der Fokus soll dabei auf den antifeministischen Bestrebungen und den rassistischen sowie nationalistischen Ansichten im Rechtspopulismus liegen. Des Weiteren wollen wir auch über mögliche Strategien gegen das Erstarken solcher Strukturen sprechen.

Hintergrund: Wer war Amadeu Antonio?
Der am 12. August 1962 in Angola (damals noch der Kolonialmacht Portugals unterstehend) geborene Amadeu Antonio, wurde am 25. November 1990 in Eberswalde bei einem Angriff von einer Gruppe Neonazis niedergeschlagen. Bevor er als Vertragsarbeiter in die DDR kam, hatte er in Brasilien, Portugal und der Sowjetunion Ausbildungen absolviert. Er hoffte auf ein Studium der Flugzeugtechnik, wurde aber in Eberswalde, wie die meisten seiner Landsleute, als Fleischer ausgebildet.
Nach Ablauf des Arbeitsvertrages verlängerte sich sein Aufenthalt, weil seine deutsche Freundin ein Kind erwartete. Noch vor der Geburt des Kindes starb Amadeu Antonio am 6. Dezember 1990, nach zweiwöchigem Koma, an den Folgen des rassistischen Überfalls.

Hier geht’s zu der facebook Veranstaltung:
https://www.facebook.com/events/130681244308048/

Infos zum AFD-Aufmarsch und Gegenkundgebungen

Am kommenden Dienstag (15.8.) plant die AFD eine Demonstration durch Eberswalde. Es soll unter anderem der PEGIDA-Mitbegründer Siegfried Däbritz auftreten.
Ein breites Bündnis aus Initiativen, Parteien und Gewerkschaften organisiert Gegenproteste unter dem Motto „Aufstehen gegen Rassismus!“

Auf dieser Übersichtskarte könnt ihr sehen, wo Gegenkundgebungen angemeldet sind.

Kommt auf die Straße und zeigt deutlich, dass ihr keinen Bock darauf habt, dass rassistische und nationalistische Hetzer durch Eberswalde marschieren!

Weitere Infos stehen im Aufruf des Bündnisses:

Aufstehen gegen Rassismus – Unser Alternative ist Solidarität!

Die AfD plant für den 15.08.2017 eine Kundgebung in Eberswalde. Sie will damit vor den Bundestagswahlen Stimmung machen gegen Geflüchtete, politisch Andersdenkende und gegen alle, die für eine weltoffene und solidarische Gesellschaft stehen.
Die „Alternative für Deutschland“ (AfD) ist mittlerweile keine Protestpartei mehr, sondern ein Sammelbecken und Sprachrohr für rassistische Politik. Sie versucht derzeit bundesweit, wie auch im Barnim, zu einem Zentrum der Rechten zu werden. Es werden nationalistische, rassistische und zum Teil auch Naziparolen verbreitet und es wird gegen Andersdenkende gehetzt. So werden politische Diskurse und das gesellschaftliche Klima nach rechts verschoben.
Doch die AfD ist nicht nur wegen ihres offenen Rassismus eine ernsthafte Gefahr für die Gesellschaft. Das Parteiprogramm ist in vielerlei Hinsicht reaktionär. Unter anderem wird ein traditionelles Familienbild propagiert, welches in letzter Konsequenz die Frauen zurück an den Herd drängt. Auch sollen beispielsweise soziale Sicherungssysteme zurückgefahren und Steuern für die Reichen gesenkt werden. Offensichtlich ist das alles nicht im Sinne der gesellschaftlich Benachteiligten, die diese Partei wählen sollen.
Vor den anstehenden Wahlen versucht die AfD auf Bundesebene, sich einen gemäßigten Anstrich zu verpassen. Im Barnim läuft das offensichtlich anders. Die angekündigten Redner sind klar im äußeren rechten Flügel der Partei positioniert und stehen für eine völkisch-nationalistische Politik. Der Schulterschluss mit dem Pegida-Gründer Siegfried Däbritz aus Dresden zeigt, dass die sogenannte Alternative nicht einmal den Versuch unternimmt sich vom gewaltbereiten rechten Potential abzugrenzen. Auch die anderen Redner sind klar als rechtsaußen Politiker bekannt und haben keine Berührungsängste zur NPD, wie zum Beispiel der Bürgermeisterkandidat aus Bad Freienwalde Lars Günther mit einer gemeinsamen Demo „gegen Überfemdung“ vor einigen Jahren mit der NPD und anderen bewiesen hat.

Egal unter welchem Label sich Rassist_innen, Nationalist_innen und die alten und neuen Nazis versammeln, wir werden ihnen keinen Platz lassen in Eberswalde oder anderswo. Wir sind viele Menschen unterschiedlichster Herkunft, unterschiedlichsten Alters und politischer Orientierung. Wir sind geeint in dem Willen für eine gerechte, weltoffene und tolerante Gesellschaft zu streiten. Deshalb rufen wir am 15.08.2017 ab 18.00 Uhr zu einer Protestkundgebung in der Nähe des Eberswalder Marktplatzes (Richtung Kirchhang) auf. Wir wollen ein deutliches Zeichen gegen Rassismus, Antisemitismus und Ausgrenzung setzen!

Light Me Amadeu
DGB Region Ostbrandeburg
Bündnis 90/ Grüne
DIE LINKE Eberswalde
SPD Eberswalde und Finow
Runder Tisch Willkommen in Eberswalde
Jusos Barnim
Linksjugend solid Barnim
Antifaschistische Initiative Eberswalde