Archiv der Kategorie 'erinnern'

Lesung mit Manja Präkels

Schnapskirschen I

Schnapskirschen II

Niemand ist vergessen! – Aufruf zur Dieter Eich-Gedenkdemo 2018

Dieter Eich

Der Mord an Dieter Eich – Was ist passiert?

In der Nacht vom 23. auf den 24.05.2000 feierten vier Jungnazis eine Wohnungseinweihungsfeier. Bereits vor Beginn der Feierlichkeit beleidigten sie beim Alkoholeinkauf einen Migranten und brüllten »Sieg heil!«-Rufe aus dem Fenster der Wohnung. Im Laufe des Abends beschlossen sie »einen Assi zu klatschen« und verprügelten den damals 60 jährigen Dieter Eich, der im selben Aufgang wohnte. Später gingen sie ein weiteres Mal in seine Wohnung und erstachen ihn, damit er sie nicht anzeigen konnte. Die Täter wurden zwar gefasst und bekamen Haftstrafen, aber das macht Dieter Eich nicht wieder lebendig. (mehr…)

Buch- und Veranstaltungstipp „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß”

Roman von Manja Präkels (Verbrecher Verlag 2017)
Lesung in Eberswalde am 22.05.18

…oder wie es sich in einer brandenburgischen Kleinstadt aufwachsen lässt, umgeben von der plötzlichen Perspektivlosigkeit nach dem Mauerfall und der zunehmenden Faschisierung der Freund*innen der Kindheit. (mehr…)

Tatort Lücke 1

Am Freitag den 23.03.18 ab 18 Uhr findet in der Goethestr. 23b das erste „Tatort Lücke“ Theater statt.

In dem Stück geht es um die jüdische Familie Löwenthal, die bis zur Verfolgung durch das NS-Regime in der Goethestraße 23b gelebt hat. Heute gibt es an dieser Stelle nur eine Baulücke.

Das Theater findet draußen statt. Warme Kleidung ist ratsam.
Mehr Infos unter http://tatortluecke.de/luecken

Gedenken und Widerstand – antirassistische Veranstaltungsreihe

Unsere antirassistische Veranstaltungsreihe rund um das Gedenken an Amadeu Antonio in Eberswalde fängt am Samstag an!

flyer


Rassistische Angriffe damals und heute

Ausstellung & Podiumsdiskussion
Samstag, 25.11.17
15:00 Uhr Ausstellungseröffnung
18:00 Uhr Podiumsdiskussion
Aula der HNEE (Schicklerstr. 5 – Haus 6)

Am 25.11.17 jährt sich der rassistische Angriff auf Amadeu Antonio zum 27. Mal. In der Nacht vom 24. auf den 25. November 1990 ziehen rund 50 Neonazis
und Rassisten, bewaffnet mit Baseballschlägern und Zaunlatten, durch Eberswalde und machen Jagd auf Schwarze Menschen.
Unter „Deutschland den Deutschen“ Gegröle bewegt sich die Gruppe in Richtung „Hüttengasthof“, zu dieser Zeit die einzige Gaststätte im Ort, in der Nichtdeutsche noch willkommene Gäste sind. Nachdem der Wirt benachrichtigt wird, dass eine Gruppe unterwegs ist, die auf Stress aus ist, schließt er die Gaststätte. Als Amadeu Antonio mit Freunden das Lokal verlässt, laufen sie den bewaffneten Rassisten genau in die Arme.
Viele konnten in dieser Nacht entkommen, Amadeu Antonio wurde von 10 Leuten umringt und niedergeschlagen, ein Angreifer springt mit beiden Füßen auf den Kopf.

Die Afie und die Barnimer Kampagne „Light me Amadeu“ laden zu einer Gedenkveranstaltung in die Räume der HNEE in Eberswalde ein. Die Ausstellung zur Geschichte der angolanischen Vertragsarbeiter in Eberswalde, öffnet ab 15 Uhr. Im Anschluss an die Ausstellungseröffnung wird es eine kurze Lesung über die Vorkommnisse in der Nacht des Angriffs und ein Podiumsgespräch geben. Wir wollen uns über die rassistischen Angriffe und die Stimmung in den 1990er Jahren austauschen und dabei Kontinuitäten bzw. Unterschiede zur heutigen Zeit herausarbeiten. Gäste sind unter anderem ein Zeitzeuge, der die rassistischen Angriffe in Eberswalde Anfang der 90er miterlebt hat, und ein Mitarbeiter des Vereins Opferperspektive e.V. aus Potsdam.



Gedenken zum Todestag von Amadeu Antonio

Mittwoch, 06.12.17
16:00 Uhr
Eberswalder Straße 26

Am 6. Dezember 1990 starb Amadeu Antonio Kiowa mit 28 Jahren in Folge des Angriffs. Zum Todestag von Amadeu Antonio rufen wir dazu auf, zur Gedenktafel am Ort des Angriffs in der Eberswalder Straße 26 zu kommen. Kerzen und/oder Blumen können gerne mitgebracht werden.


Rechtspopulismus im Bundestag – Vortrag & Podiumsdiskussion
Dienstag, 12.12.17
18:00 Uhr
Aula der HNEE (Schicklerstr. 5 – Haus 6)

Was angesichts weit verbreiteter rechter Einstellungen in großen Teilen der deutschen Bevölkerung zu erwarten war, ist nun eingetroffen. Nachdem die AfD schon im Europaparlament und in 14 Landtagen sitzt, ist sie am 24. September 2017 auch in den deutschen Bundestag eingezogen.
Rechtspopulismus wird damit endgültig nicht nur auf der Straße, sondern auch auf der parlamentarischen Ebene salonfähig. Auch dort werden jetzt die Grenzen des Sagbaren nach rechts verschoben und völkische Themen, Rassismus und Sexismus auf der Tagesordnung stehen.

Nach einem Vortrag zu rechtspopulistischen Akteur*innen in Berlin und Brandenburg wollen wir mit unseren Gästen ins Gespräch kommen. Der Fokus soll dabei auf den antifeministischen Bestrebungen und den rassistischen sowie nationalistischen Ansichten im Rechtspopulismus liegen. Des Weiteren wollen wir auch über mögliche Strategien gegen das Erstarken solcher Strukturen sprechen.

Hintergrund: Wer war Amadeu Antonio?
Der am 12. August 1962 in Angola (damals noch der Kolonialmacht Portugals unterstehend) geborene Amadeu Antonio, wurde am 25. November 1990 in Eberswalde bei einem Angriff von einer Gruppe Neonazis niedergeschlagen. Bevor er als Vertragsarbeiter in die DDR kam, hatte er in Brasilien, Portugal und der Sowjetunion Ausbildungen absolviert. Er hoffte auf ein Studium der Flugzeugtechnik, wurde aber in Eberswalde, wie die meisten seiner Landsleute, als Fleischer ausgebildet.
Nach Ablauf des Arbeitsvertrages verlängerte sich sein Aufenthalt, weil seine deutsche Freundin ein Kind erwartete. Noch vor der Geburt des Kindes starb Amadeu Antonio am 6. Dezember 1990, nach zweiwöchigem Koma, an den Folgen des rassistischen Überfalls.

Hier geht’s zu der facebook Veranstaltung:
https://www.facebook.com/events/130681244308048/