antifaschistische initiative eberswalde http://afie.blogsport.de Aus der Provinz für die Provinz Fri, 01 Feb 2019 08:14:18 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en „Heimatliebe Brandenburg“ den Tag versauen! http://afie.blogsport.de/2019/01/30/heimatliebe-brandenburg-den-tag-versauen/ http://afie.blogsport.de/2019/01/30/heimatliebe-brandenburg-den-tag-versauen/#comments Wed, 30 Jan 2019 11:09:49 +0000 Administrator kackscheisse barnim http://afie.blogsport.de/2019/01/30/heimatliebe-brandenburg-den-tag-versauen/ Am 09.02.2019 ist es wieder soweit: Das Bündnis „Heimatliebe Brandenburg“ will wieder durch Eberswalde marschieren und völkisch-nationalistische Hetze verbreiten.
Angemeldet wurde die Demonstration erneut von Lars Günther (AfD) aus Bad Freienwalde. Lars Günther ist in der rechten Szene gut vernetzt, und scheut sich nicht, mit militanten Neonazi-Kameradschaften zusammenzuarbeiten. Mehr Infos zu den Machenschaften Lars Günthers gibt es hier.

Gegen den rechten Aufmarsch ruft ein Bündnis aus Eberswalder Initiativen, Gewerkschaften und Parteien zu Protesten auf! Um 13:30/14:00 Uhr starten wir die Demonstration unter dem Motto „Solidarisch gegen den Hass!“ am Bahnhof und ziehen bis zum Kirchhang am Marktplatz.
Auf dem Marktplatz beginnt um 15 Uhr die Kundgebung von „Heimatliebe Brandenburg“. Anschließend werden sie versuchen, durch die Stadt zu laufen. Ihre geplante Route führt vom Marktplatz über die Friedrich-Ebert-Straße, Eisenbahnstr., Wilhelmstr., Bergerstr., Eisenbahnstr., Breite Straße zurück zum Markt.

Wir überlassen den rechten HetzerInnen nicht die Straße! Kommt am 9.2. mit uns raus! Wir sind viele, laut und kreativ! Gemeinsam können wir „Heimatliebe Brandenburg“ den Tag versauen!


Zum Aufruf des Unteilbar-Bündnisses


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„Überleben in Demmin“ http://afie.blogsport.de/2019/01/09/ueberleben-in-demmin/ http://afie.blogsport.de/2019/01/09/ueberleben-in-demmin/#comments Wed, 09 Jan 2019 12:51:21 +0000 Administrator website http://afie.blogsport.de/2019/01/09/ueberleben-in-demmin/ Veranstaltungsempfehlung – Filmscreening:
Überleben in Demmin
16. Januar im Bürgerbildungszentrum Amadeu Antonio
Zwei Vorstellungen, 15 Uhr und 18 Uhr.

Über den Film

Im Frühjahr 1945 wird DEMMIN, eine kleine Stadt in
Mecklenburg-Vorpommern, zum Ort einer schrecklichen Tragödie. Hunderte
Bürger der Stadt nehmen sich das Leben. Dies gilt als größter
Massensuizid zum Kriegsende in Deutschland. Über die genauen Umstände
wird fortan geschwiegen. Heute besetzen Neonazis mit einem alljährlichen
„Trauermarsch“ am 8. Mai diese Leerstelle und mißbrauchen sie für ihre
Zwecke.

ÜBER LEBEN IN DEMMIN

Regisseur Martin Farkas geht in seinem Film ÜBER LEBEN IN DEMMIN den
verborgenen Folgen der Ereignisse nach. Überlebende sprechen zum ersten
Mal über die schrecklichen, lange verdrängten Erfahrungen ihrer Kindheit
und Jugend. Farkas erkundet, welche Spuren die Traumatisierung und das
Schweigen darüber bei den Nachgeborenen hinterlassen haben – und wie
tief sie in unsere Gegenwart hineinwirken. Die Stadt wie er sie in
diesem genau beobachteten, komplexen und aufrichtigen Film schildert,
erscheint tief gespalten.

ÜBER LEBEN IN DEMMIN erzählt von Trauma, Gruppenzwang, falscher Trauer
und dem politischen Mißbrauch von Gefühlen – aber auch vom Überleben,
vom Willen, sich gegen Haß und Fanatismus zu stellen und dem Wunsch, die
Vergangenheit umfassend aufzuarbeiten. Der Film verdichtet darüber
hinaus, wie ein Kaleidoskop, was uns heute bedroht: der Aufwärtstrend
von Fremdenfeindlichkeit, Hass, Antisemitismus und Populismus aus der
Mitte der Gesellschaft heraus.

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Veranstaltung am 18.10 in Eberswalde http://afie.blogsport.de/2018/10/09/veranstaltung-am-18-10-in-eberswalde/ http://afie.blogsport.de/2018/10/09/veranstaltung-am-18-10-in-eberswalde/#comments Tue, 09 Oct 2018 06:19:10 +0000 Administrator website infoveranstaltung http://afie.blogsport.de/2018/10/09/veranstaltung-am-18-10-in-eberswalde/ „Versagt die Justiz im Kampf gegen rechten Terror?
Wissenschaftliche Analyse von Defiziten bei den Ermittlungen zum NSU-Komplex.“

Auch nach der Urteilsverkündung im NSU-Prozess im Juli dieses Jahres gibt es mehr Fragen als Antworten zum NSU-Komplex. Das Netzwerk des NSU, die Rolle und das Wissen staatlicher Behörden und die Auswirkungen der Taten und der rassistisch geführten Ermittlungen für die Geschädigten und Angehörigen der Ermordeten waren kaum Gegenstand. Dass dem so ist, liegt zu großen Teilen in der Verantwortung der Bundesanwaltschaft. Als oberste Strafverfolgungsbehörde hatte sie im NSU-Prozess eine äußerst wichtige Rolle inne. Sie vertrat zum einen die Bundesrepublik Deutschland als Geschädigte des NSU, zum anderen die Anklage und leitete die Ermittlungen.
Die Autorinnen Isabella Greif und Fiona Schmidt diskutieren am Beispiel der Ermittlungen zum NSU-Komplex und dem Oktoberfestattentat, welche strukturellen Defizite den staatsanwaltschaftlichen Umgang mit rechter und rassistischer Gewalt prägen und welche Kontinuitäten sich daraus ergeben.

Die Veranstaltung findet am 18.10 ab 19:00 im Bürgerbildungszentrum Amadeu Antonio, Beratungszimmer statt.

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„We‘ll Come United!“ – Solifest am 21.09. in Eberswalde http://afie.blogsport.de/2018/09/16/well-come-united-solifest-am-21-09-in-eberswalde/ http://afie.blogsport.de/2018/09/16/well-come-united-solifest-am-21-09-in-eberswalde/#comments Sun, 16 Sep 2018 08:20:12 +0000 Administrator website barnim soliparty http://afie.blogsport.de/2018/09/16/well-come-united-solifest-am-21-09-in-eberswalde/
Kurzbeschreibung
Am 21.9 ab 16:oo wird es im Palanca Eberswalde ein Soli-Fest für „
We‘ll Come United!“ geben. Das Programm besteht aus Konzerten, Kinderprogramm, einer Ausstellung, Workshops und Infoständen. Im Anschluss gibt es eine fette Party.

Facebook-Event: https://www.facebook.com/events/238712356808247/

Wann & Wo
Ab 16 Uhr im Afrikanischen Kulturverein Palanca e.V.,
Coppistraße 1, 16227 Eberswalde

Programm
- Kinderzirkus Wukizuki, Schminken, Basteln, Audream-Bücherkiste
- Workshop von „We‘ll Come United“ mit Schwerpunkt auf die Aktivitäten
in Brandenburg und Infos zur antirassistischen Parade in Hamburg
- Transparente & Schilder für die Parade malen
- Siebdruck-Stand
- Infostände: We‘ll Come United, Bürger*innen-Asyl
- Ausstellung zu angolanischen Vertragsarbeitern in der DDR

Konzerte
Pes-to Connection [Mediterranean Music]
Xstatic handcraft [Ecstatic Dance] ( www.xstatic-handcraft.de )
Los Froclos [Folk, Klezmer]
Madbadoo [Folk, Blues, Reggae, Ska] ( www.facebook.com/Madbadoo )
Rising Dao [Psychedelic Stonerrock] ( www.risingdao.de )

DJ*anes
Tema [Hip Hop, Techno]
Misere Sans Domicile Fixe [Female Trap, Hip Hop, Soul]

Hintergrund
Am 29.September findet in Hamburg die große antirassistische Parade vom Netzwerk „We‘ll Come United!“ statt, um die vielen lokalen Initiativen, ihre Kämpfe und Forderungen in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen.
Auch aus dem Barnim werden zwei Reisebusse nach Hamburg fahren, um dort laut zu sagen: Stopp Rassismus! Stopp Abschiebungen!
Um die Busse aus dem Barnim zu finanzieren gibt es eine Spendenkampagne, damit alle mitfahren können:

Spendenkonto für die Busse:
IBAN: DE78 1705 2000 1110 0262 22 , Sparkasse Barnim;
Konto-Inhaber: Barnim für alle; Verwendungszweck: Wellcome United
http://refugeeswelcomebarnim.blogsport.de

]]> http://afie.blogsport.de/2018/09/16/well-come-united-solifest-am-21-09-in-eberswalde/feed/ Unser Alternative ist Solidarität! – Am 26.08. für ein weltoffenes Eberswalde http://afie.blogsport.de/2018/08/22/unser-alternative-ist-solidaritaet-am-26-08-fuer-ein-weltoffenes-eberswalde/ http://afie.blogsport.de/2018/08/22/unser-alternative-ist-solidaritaet-am-26-08-fuer-ein-weltoffenes-eberswalde/#comments Wed, 22 Aug 2018 06:07:25 +0000 Administrator website kackscheisse barnim http://afie.blogsport.de/2018/08/22/unser-alternative-ist-solidaritaet-am-26-08-fuer-ein-weltoffenes-eberswalde/

Ein AfD-nahes Bündnis mit dem Titel „Heimatliebe Brandenburg“ plant für den 26.08.2018 eine Demonstration in Eberswalde. Sie will damit Stimmung machen gegen Geflüchtete, politisch Andersdenkende und gegen alle, die für eine weltoffene und solidarische Gesellschaft stehen. Im letzten Jahr waren die Redner und der Anmelder noch im Auftrag der AfD unterwegs. In diesem Jahr versuchen sie es unter dem Deckmantel eines Bündnisses.

Die „Alternative für Deutschland“ (AfD) ist mittlerweile keine Protestpartei mehr, sondern ein Sammelbecken und Sprachrohr für rassistische Politik. Sie versucht derzeit bundesweit, wie auch im Barnim, zu einem Zentrum der Rechten zu werden. Es werden nationalistische, rassistische und zum Teil auch Naziparolen verbreitet und gegen Andersdenkende gehetzt. So werden politische Diskurse und das gesellschaftliche Klima nach rechts verschoben.
Doch die „möchtegern Alternative“ ist nicht nur wegen ihres offenen Rassismus eine ernsthafte Gefahr für die Gesellschaft. Das Parteiprogramm ist in vielerlei Hinsicht reaktionär. Unter anderem wird ein traditionelles Familienbild propagiert, welches in letzter Konsequenz die Frauen zurück an den Herd drängt. Auch sollen beispielsweise soziale Sicherungssysteme zurückgefahren und Steuern für die Reichen gesenkt werden. Offensichtlich ist das alles nicht im Sinne der gesellschaftlich Benachteiligten, die diese Partei wählen sollen.
Das Bündnis versucht sich einen gemäßigten Anstrich zu verpassen. Im Barnim läuft das offensichtlich anders. Die angekündigten Redner sind klar im äußeren rechten Flügel positioniert und stehen für eine völkisch-nationalistische Politik. Der Schulterschluss mit dem Pegida-Gründer Siegfried Däberitz aus Dresden zeigt, dass die sogenannte Alternative nicht einmal den Versuch unternimmt sich vom gewaltbereiten rechten Potential abzugrenzen. Auch die anderen Redner sind als rechtsaußen Politiker bekannt und haben keine Berührungsängste zur NPD, wie zum Beispiel der Bürgermeisterkandidat aus Bad Freienwalde Lars Günther mit einer gemeinsamen Demo „gegen Überfemdung“ vor einigen
Jahren mit der NPD und anderen bewiesen hat.

Egal unter welchem Label sich Rassist_innen, Nationalist_innen und die alten und neuen Nazis versammeln, wir werden ihnen keinen Platz lassen in Eberswalde oder anderswo. Wir sind viele Menschen unterschiedlichster Herkunft, unterschiedlichsten Alters und politischer Orientierung. Wir sind geeint in dem Willen für eine gerechte, weltoffene und tolerante Gesellschaft zu streiten. Deshalb rufen wir am 26.08.2017 ab 14.00 Uhr zu einer Protestkundgebung in der Nähe des Eberswalder Bahnhofs auf (genauer Ort folgt).
Wir wollen, wie im letzten Jahr ein deutliches Zeichen gegen Rassismus, Antisemitismus und Ausgrenzung setzen!

DGB Region Ostbrandeburg und Kreisverband Barnim
Bündnis 90/ Grüne Barnim
DIE LINKE Barnim
SPD Eberswalde und Finow
Runder Tisch Willkommen in Eberswalde
Jusos Barnim
Linksjugend solid Barnim
Antifaschistische Initiative Eberswalde
Kampagne Light me Amadeu

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http://afie.blogsport.de/2018/08/22/unser-alternative-ist-solidaritaet-am-26-08-fuer-ein-weltoffenes-eberswalde/feed/
Wir sind dann mal weg: ein Abschied von der HNE? http://afie.blogsport.de/2018/05/22/wir-sind-dann-mal-weg-ein-abschied-von-der-hne/ http://afie.blogsport.de/2018/05/22/wir-sind-dann-mal-weg-ein-abschied-von-der-hne/#comments Tue, 22 May 2018 11:42:45 +0000 Administrator website barnim brandenburg http://afie.blogsport.de/2018/05/22/wir-sind-dann-mal-weg-ein-abschied-von-der-hne/ Wir sind dann mal weg.

Für uns, die antifaschistische Initiative macht es nach einer längeren Diskussion mit der Hochschulleitung keinen Sinn mehr weiter als Studierendengruppe zu arbeiten.

Folgende Ereignisse haben dazu geführt das wir unsere Arbeit als Hochschulgruppe beenden.

Diesen März wurde die Demo vor dem Grundsicherungsamt, mit dem Verweis auf Datenschutzbedenken und der Tatsache das dies eine politische Einflussnahme von Hochschulgruppen in die Gesellschaft hinein sein könnte wieder als Anlass genommen den Status als Hochschulgruppe zu entziehen.

Im Dezember 2017 wurde bei einer Veranstaltung zu AFD im Bundestag mit dem Verweis auf die vermeintlich politische Neutralität der Hochschule das Bewerben der Veranstaltung solange verhindert bis eine Veränderung des Titels durchgesetzt wurde.

Im Juli 2017 wurde aufgrund einer vermeintlich unausgeglichenen Diskussionsrunde zum Film Deportation Class das Bewerben der Veranstaltung behindert und mit dem Entzug des Zugang zum Hochschulverteiler gedroht

Im April 2017 wurde ein Demotraining beworben, was der Hochschulleitung zu gewaltvoll erschien und diese darauf den Status als Hochschulgruppe vorläufig nicht verlängerte.

Wir haben uns als Reaktion darauf entschlossen nicht länger Teil der Hochschule zu sein. Die Einflussnahme und Gängelung durch die Hochschulleitung mündet zwangsweise in einer Haltungslosigkeit die den Titel einer weltoffenen Hochschule eher peinlichen werden lässt. Anstatt des Zwangs zur Konformismus und Schönfärberei fordern wir auf Missstände zu benennen und sich zu solidarisieren mit Diskriminierten in der Gesellschaft.
Wir verabschieden uns bei den Mitarbeiter*innen und Studierenden und danken allen für das Interesse an unserer Arbeit. Anstatt also weiter eine Werbefläche der Hochschule darzustellen wenden wir uns lieber anderen Dingen zu und möchten anregen darüber nachzudenken was emanzipatorische Hochschulpolitik bedeuten kann.

Wir sehen uns wieder

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http://afie.blogsport.de/2018/05/22/wir-sind-dann-mal-weg-ein-abschied-von-der-hne/feed/
Lesung mit Manja Präkels http://afie.blogsport.de/2018/05/17/lesung-mit-manja-praekels/ http://afie.blogsport.de/2018/05/17/lesung-mit-manja-praekels/#comments Thu, 17 May 2018 06:43:52 +0000 Administrator erinnern infoveranstaltung barnim http://afie.blogsport.de/2018/05/17/lesung-mit-manja-praekels/ Schnapskirschen I

Schnapskirschen II

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Niemand ist vergessen! – Aufruf zur Dieter Eich-Gedenkdemo 2018 http://afie.blogsport.de/2018/04/25/niemand-ist-vergessen-aufruf-zur-dieter-eich-gedenkdemo-2018/ http://afie.blogsport.de/2018/04/25/niemand-ist-vergessen-aufruf-zur-dieter-eich-gedenkdemo-2018/#comments Wed, 25 Apr 2018 20:55:35 +0000 Administrator erinnern demo http://afie.blogsport.de/2018/04/25/niemand-ist-vergessen-aufruf-zur-dieter-eich-gedenkdemo-2018/ Dieter Eich

Der Mord an Dieter Eich – Was ist passiert?

In der Nacht vom 23. auf den 24.05.2000 feierten vier Jungnazis eine Wohnungseinweihungsfeier. Bereits vor Beginn der Feierlichkeit beleidigten sie beim Alkoholeinkauf einen Migranten und brüllten »Sieg heil!«-Rufe aus dem Fenster der Wohnung. Im Laufe des Abends beschlossen sie »einen Assi zu klatschen« und verprügelten den damals 60 jährigen Dieter Eich, der im selben Aufgang wohnte. Später gingen sie ein weiteres Mal in seine Wohnung und erstachen ihn, damit er sie nicht anzeigen konnte. Die Täter wurden zwar gefasst und bekamen Haftstrafen, aber das macht Dieter Eich nicht wieder lebendig.

»Unwertes Leben« gibt es nicht

Rechte behaupten oft von sich, für sozial schwache Deutsche einzustehen. Die Realität sieht anders aus: Dieter Eich musste sterben, weil er aufgrund seiner Erwerbslosigkeit und seiner Alkoholkrankheit nicht in das rechte Weltbild seiner Mörder passte. Dem Mord lag die nationalsozialistische Vorstellung von »wertem« und »unwertem« Leben zugrunde. Die zahlreichen Angriffe auf Wohnungslose zeigen, dass nicht nur rechte Schläger ihre Opfer aufgrund von Schwäche und »geringer Leistungsfähigkeit« angreifen. Die Täter unterscheiden sich, ihre Motive sind jedoch dieselben. Allein 2017 wurden mindestens 17 obdachlose Menschen umgebracht. Damit starben seit dem Mauerfall insgesamt 505 Wohnungslose durch gewalttätige Übergriffe. In 26 der Fälle wurden diese nachweislich durch Nazis verübt.

Das Erinnern erkämpfen

Wir dürfen nicht zulassen, dass solche Taten mit einem Achselzucken in Vergessenheit geraten. Darum wollen wir auch in diesem Jahr wieder Dieter Eich mit einer Demonstration gedenken. Der rechte Hintergrund des Mordes darf auch weiterhin nicht geleugnet werden, so wie es die staatliche Einordnung der Tat schon seit Jahren macht. Dass das kein Einzelfall ist, zeigt ein Blick auf den Mord an Burak Bektas in Neukölln 2012. Im Zusammenhang mit den NSU-Morden oder dem Fall Burak, wird deutlich wie Polizei und Behörden die Ermittlungen aktiv behindern. Dennoch erkämpfen Freund*innen und Angehörige der Betroffenen seit Jahren würdige Gedenkorte und die Aufklärung der rassistischen Taten. Auch in Buch ist es an der Zeit, für Dieter Eich einen würdigen Ort zum Erinnern und Trauern zu schaffen, der zugleich ein sichtbares Zeichen gegen rechte Gewalt und soziale Ausgrenzung ist. Kommt darum am 23. Mai mit uns nach Buch. Niemand ist vergessen!

Bündnis: „Niemand ist vergessen!“
www.dietereich.niemandistvergessen.net

Aufrufende Gruppen: Antifaschistische Initiative Eberswalde (AIE) | Antifaschistische Jugendorganisation Charlottenburg (AJOC) | Antifa Westberlin | Brigade Konrad Wolf (SV Babelsberg 03-Fanclub Bernau) | Freie Arbeiter*innen Union Berlin (FAU) | Günter-Schwannecke-Gedenkinitiative | North East Antifa (NEA) | Initiative »Pogrom 91« | Uffmucken Schöneweide | Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) Berlin

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http://afie.blogsport.de/2018/04/25/niemand-ist-vergessen-aufruf-zur-dieter-eich-gedenkdemo-2018/feed/
JanzWeitDraußen-Camp http://afie.blogsport.de/2018/04/17/janzweitdraussen-camp/ http://afie.blogsport.de/2018/04/17/janzweitdraussen-camp/#comments Tue, 17 Apr 2018 20:11:55 +0000 Administrator support brandenburg http://afie.blogsport.de/2018/04/17/janzweitdraussen-camp/ JWD_Camp

+++ SAVE THE DATE++ Das JWD Camp findet vom 26.-29.07.2018 in Kuhlmühle bei Wittstock statt!

Wer Lust auf Sommer, Sonne und Politik hat, ist beim JWD-Camp genau richtig.
Mehr Infos: http://www.jwd-camp.org/

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Buch- und Veranstaltungstipp „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß” http://afie.blogsport.de/2018/03/29/buch-und-veranstaltungstipp-als-ich-mit-hitler-schnapskirschen-ass/ http://afie.blogsport.de/2018/03/29/buch-und-veranstaltungstipp-als-ich-mit-hitler-schnapskirschen-ass/#comments Thu, 29 Mar 2018 11:00:05 +0000 Administrator erinnern barnim berlin http://afie.blogsport.de/2018/03/29/buch-und-veranstaltungstipp-als-ich-mit-hitler-schnapskirschen-ass/ Roman von Manja Präkels (Verbrecher Verlag 2017)
Lesung in Eberswalde am 22.05.18

…oder wie es sich in einer brandenburgischen Kleinstadt aufwachsen lässt, umgeben von der plötzlichen Perspektivlosigkeit nach dem Mauerfall und der zunehmenden Faschisierung der Freund*innen der Kindheit.

Mimis Freund Oliver, mit dem sie sich früher mit Schnapskirschen der Eltern betrank, wird Anfang der 1990er Jahre zum Anführer einer rechten Schlägergruppe. Von den Glatzen und Seitenscheitel tragenden Jungs als „Zecken“ beschimpft und bedroht, versuchen Mimi und ihre Freund*innen sich durchzuschlagen. Eine Menge Alkohol und gemeinsam verbrachte Nächte in den Jugendzimmern scheinen hier und da die Auseinandersetzung mit sich und den eigenen nächsten Schritten zu verdrängen. Und als ihr Freund „Krischi“ 1992 bei einem Discothekbesuch getötet wird, scheinen die einzigen Optionen der Wegzug nach Berlin zu sein oder den Kampf gegen die Neonazis weiter zu führen, der scheinbar nicht gewonnen werden kann.

Ungeschminkt und mit autobiografischen Anteilen schafft es Manja Präkels in ihrem Roman der Leser*innenschaft nahe zu bringen, was es bedeutet, in einer Kleinstadt mit „No-Go-Areas“ zu leben, Freund*innen durch Neonazigewalt zu verlieren und mit der ständigen Angst vor dem nächsten Angriff aus dem Haus zu gehen.

Gerade einer ursprünglich aus Westdeutschland kommenden Leser*innenschaft, wird durch das Buch das Entstehen des politischen Machtvakuums nach der Wende sowie das Besetzen dieses durch rechte Strukturen verdeutlicht. So nah die Geschichte und Charaktere einem als Person, die heute ebenfalls in einer brandenburgischen Kleinstadt lebt, im Laufe des Buches werden, leben wir dennoch in einer anderen Zeit. Antifaschistische und zivilgesellschaftliche Gruppen organisieren sich und gehen auf die Straße, um gegen RassistInnen und NationalistInnen zu demonstrieren.

Das Buch von Manja Präkels ergänzt bereits existierende wissenschaftliche Artikel, Interviews und Tagungsbände, zur Aufarbeitung der Faschisierung in den 90er Jahren in Ostdeutschland, um eine emotionale Ebene. Staat und Polizei haben über Jahre weggeschaut und die sich radikalisierende rechte Szene als randalierende Jugendliche abgetan. So laufen auch heute noch ungestraft neonazistische TäterInnen von damals herum. Das Buch schafft es, die Betroffenen der Gewalt in den Fokus zu rücken und ihre Geschichte sichtbar zu machen.

Wie auch in dem Fall von „Krischi“. Bei „Krischi“ handelt es sich um Ingo Ludwig, dem das Buch gewidmet ist und dessen Tod Präkels als Zeugin in dem Roman beschreibt. Ingo Ludwig ist eines der vielen Todesopfer rechter Gewalt, die keine Erwähnung finden in der offziellen Zählung der Bundesregierung zu Opfern rechter Gewalt nach 1990. Als das Moses Mendelssohn Zentrum Potsdam im Auftrag des Brandenburger Innenministeriums von 2013 bis 2015 rund zwei Dutzend Verdachtsfälle rechter Gewalt mit Todesfolge näher untersuchte, zählte der Fall von Ingo Ludwig nicht dazu. So sei eine Untersuchung nicht mehr möglich gewesen, weil die Ermittlungsakten aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen zwischenzeitlich vernichtet worden waren. Für das Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) war laut einer Bundestagsanfrage von 1994 der Tod von Ludwig auf einen Treppensturz zurückzuführen. Noch bizarrer wird die Geschichte, als der LfV behauptete, Neonazis wären Ludwig zur Hilfe geeilt und hätten ihn erst dann verprügelt, als er sie beschimpfte. In der Wochenzeitung Jungle World übt Manja Präkels an der Darstellung des LfV scharfe Kritik: „Wenn man die drei flachen Stufen der Dorfkneipe vor Augen hat und die Pogromstimmung jener Jahre in den Knochen, zerfällt die Geschichte von der hilfsbereiten Horde Skins.” (https://jungle.world/artikel/2013/45/48759.html)

Während Präkels ein authentisches Bild der Ereignisse in der Retropespektive zeichnet, eckt sie bewusst an die aktuelle Literatur an, die eher ein beschönigendes Bild der, durch die Vergangenheit gezeichneten, Gegenwart in Ostdeutschland zeichnen will. Mit dem Buch und der darauf folgenden Berichterstattung löste Präkels einen regelrechten Autor*innenstreit zwischen ihr und Moritz von Uslar aus. Von Uslar brachte 2010 den Reportage-Roman „Deutschboden“ heraus, der später verfilmt wurde. In dem Roman begibt sich von Uslar nach Zehdenick, und versucht literarisch einen Einblick in eine abgehängte ostdeursche Provinzstadt zu geben und porträtiert jene Personen heute, die Präkels in in den 1990er Jahren das Leben schwer gemacht haben. In einem ausführlichen Spiegel-Artikel wirft Präkels von Uslar verklärende Kumpelhaftigkeit vor, mit denen er die gewalttätigen Neonazis von damals als geläuterte Männer darstellt, die heute einfach nur zu „kernige Prolls“ geworden sind. http://www.spiegel.de/spiegel/moritz-von-uslars-roman-deutschboden-und-die-wirklichkeit-a-1182454.html

Was in „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“ deutlich wird: Dies ist nur eine von vielen Geschichten aus einer oft ungehörten Perspektive. Lasst uns ihnen Gehör verschaffen, die Geschichte verarbeiten und daraus lernen.

Am Donnerstag, den 10. Mai ab 20:00 Uhr liest Manja Präkels in der Schreinerstraße 47 beim Brandenburg-Abend in Berlin aus ihrem Buch „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“ vor.

Eine weitere Veranstaltung findet außerdem am 22. Mai ab 19:30 in Eberswalde im Café des Bürgerbildungszentrums Amadeu Antonio, Puschkinstraße 13 statt.

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